Monica Bonvicini und die Inschrift am Japanischen Palais
Blickwechsel: Schenkung Sammlung Hoffmann / Japanisches Palais
Monika Bonvicinis Werke sind von einem kritischen Blick auf unsere Gesellschaft geprägt. Ihre Lichtinstallation zieht durch fast meterhohe, aus Glühbirnen geformte Buchstaben unmittelbar die Blicke auf sich. In seiner starken visuellen Anziehungskraft greift das Werk auf ästhetisch eindringliche Mittel aus der Werbung zurück: Die blinkenden Lettern erinnern an Leuchtreklamen, wie man sie etwa vor Kinos oder Bars findet, die mit ihrem verheißungsvollen Glanz und Leuchten Kunden anlocken sollen. Doch bei Bonvicini wird die Verheißung aus Licht in ein aggressives, nahezu blendendes Flackern verwandelt, das die Botschaft wie ein gebieterisches Warnsignal präsentiert. Das Werk NOT FOR YOU weckt ein Verlangen, das gleichzeitig mit einem Verbot belegt wird. Diese Spannung zwischen Anziehung und Ausschluss ist ein zentrales Thema in vielen Werken Bonvicinis. Sie nutzt Sprache als Werkzeug, um gesellschaftliche Machtverhältnisse zu reflektieren und zu kritisieren.
- Ausstellungsort Japanisches Palais
- Laufzeit 18.11.2026—07.12.2026
- Öffnungszeiten Mittwoch bis Sonntag 10—17 Uhr
- Eintrittspreise Eintritt frei
Im Dialog mit dem
Im Dialog mit dem Japanischen Palais, hinterfragt der Satz die Strukturen, die dem Bau zugrunde liegen. Das heutige Japanische Palais geht auf das Holländische Palais zurück, das August der Starke 1717 erwarb. Es sollte seine bedeutende Sammlung ostasiatischen Porzellans – vor allem aus China und Japan – beherbergen. Für das sogenannte Porzellanschloss war ein umfassender Umbau geplant. Der Wettstreit zwischen der neu entwickelten Meissener Porzellanproduktion (ab 1708) und der ostasiatischen Sammlung zeigt sich in der architektonischen Gliederung des Palais: Das Obergeschoss, dem Meissener Porzellan vorbehalten, ruht auf der Hofseite sinnbildlich auf Hermen und Atlanten.
Diese monumentalen Trägerfiguren von Johann Christian Kirchner und Johann Matthäus Oberschall zeigen ausdrucksstarke, im Typus jedoch stereotype, exotisierende Darstellungen insbesondere asiatischer Menschen. Sie spiegeln die eurozentrische Sichtweise des Barock und repräsentieren zugleich das damalige Streben nach Weltwissen und das Interesse am „Fremden“. Bereits ab 1721 beherbergte das Gebäude verschiedene kurfürstliche Sammlungen. Mit dem Umbau von 1782 bis 1786 wurde es ein öffentlich zugängliches Museum für die Antikensammlung, das Münzkabinett und die kurfürstliche Bibliothek – erkennbar an der lateinischen Inschrift am Hauptportal: „Museum usui publico patens“ (Museum zur öffentlichen Nutzung offenstehend).




