Menschen in Freizeitkleidung drehen sich im Paartanz am Strand.
© Sammlung Hoffmann, Berlin; Jaan Toomik, VG Bild-Kunst, Bonn 2026

Jaan Toomiks Tanzende und der Schuh der Barberina

Blickwechsel: Schenkung Sammlung Hoffmann / Rüstkammer

Im einstigen Audienzzimmer von Königin Carola begegnen sich unterschiedliche Formen des Tanzes. Der hier ausgestellte Schuh der Tänzerin Barbara Campanina erinnert an die Unterhaltungsabende an den europäischen Adelshöfen. Im benachbarten Ballsaal wird dieser höfische Kontext verkörpert: Er steht für Ordnung und Ritual und verweist auf einen Gesellschaftstanz, der durch Regeln, Hierarchien und Repräsentation geprägt ist. Demgegenüber steht die Videoarbeit des estnischen Künstlers Jaan Toomik.

  • Laufzeit 15.07.2026—19.10.2026
  • Öffnungszeiten täglich 10—17 Uhr, Dienstag geschlossen
  • Eintrittspreise regulär 18 €, ermäßigt 13,50 €, Schülerinnen und Schüler (unter 20 Jahre) 2 €, Kinder bis Schuleintritt frei, Gruppen ab 10 Pers. 16 €

Seit 1994

Seit 1994 widmet sich der zunächst in der Malerei verortete Künstler zunehmend dem Video als künstlerischem Ausdrucksmittel. Seine Werke, in denen er immer wieder auch eigene Performances einarbeitet, kreisen um Fragen von Erinnerung und Existenz. Im Werk „Dancers“ aus dem Jahr 1991 zeigt Toomik eine Gruppe Tanzender am Strand. Aus einfachen, sich wiederholenden Bewegungen, Rhythmus und reduzierten Handlungen entsteht eine meditative Struktur, die beinahe traumhaft wirkt. Die scheinbare Beiläufigkeit der Aufnahme und das Spielerische des Tanzes dieser postsowjetischen Alltagsszene setzen darin ein Gegengewicht zu den strengen Repräsentationsansprüchen eines barocken Hofes. Im Spannungsfeld von historischem Objekt und zeitgenössischer Videoarbeit wird Tanz im Kleinen Ballsaal als lebendiges kulturelles Gedächtnis sichtbar und als soziale Praxis, in der sich Traditionen und Erinnerungen verschränken.

Reihe Blickwechsel

Die Schenkung Sammlung Hoffmann lässt zeitgenössische Werke mit den Objekten der unterschiedlichen Museen der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden in einen Dialog treten, um für die heutigen wie die historischen Exponate neue Betrachtungsweisen und Bedeutungsebenen zu öffnen.

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