Ausstellungsansicht "STILL ALIVE. Werke aus der Schenkung Sammlung Hoffmann", März 2021
© SKD, Foto: Oliver Killig

STILL ALIVE

Werke aus der Schenkung Sammlung Hoffmann

Wie kaum ein Jahr zuvor machte das Krisenjahr 2020 Instabilität, Veränderlichkeit des scheinbar Gesicherten aber auch den unausweichlichen Zusammenhang zwischen Lebendigkeit und Vergänglichkeit von einer individuellen zu einer gesamtgesellschaftlichen, globalen Erfahrung.

  • Laufzeit 26.03.2021—04.07.2021
  • Öffnungszeiten Freitag bis Sonntag 10—17 Uhr
  • Eintrittspreise regulär 12 €, ermäßigt 9 €, unter 17 frei, ab 10 Pers. 11 €
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Sie zeigt

So mag die erste umfassende Präsentation der Schenkung Sammlung Hoffmann mit dem Titel STILL ALIVE in Bezug auf die letzten Monate gelesen werden. Doch ist die Entscheidung, die Aspekte von Prozess, Fluidität, Lebendigkeit und Vergänglichkeit als Leitfaden dieser Sammlungspräsentation zu nehmen, deutlich älter als die aktuelle Krise. Sie wurde durch den Akt der Schenkung der Sammlung Hoffmann an die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) im Jahr 2018 selbst angestoßen. Denn aus gutem Grund war diese nicht an einen festen Ausstellungsort, ein eigenes Haus, gebunden. Sie war vielmehr mit dem Wunsch verknüpft, die Schenkung in einen sich permanent verändernden Austausch mit allen Sammlungen der SKD zu bringen und so dem wenig statischen Wesen von Kunst, ihrer Offenheit und ihrer gleichzeitigen Abhängigkeit von Zeit und Kontext Rechnung zu tragen.

© A K Dolven Studio, VG Bild-Kunst, Bonn 2021
AK Dolven, still life, 1998

Impressionen

Einen weiteren Fokus

Auch mit Blick auf die 1.200 Werke der Schenkung selbst, bildet die künstlerische Auseinandersetzung mit Lebendigkeit, Beweglichkeit, Flüchtigkeit, Veränderlichkeit und Vergänglichkeit einen deutlichen inhaltlichen Schwerpunkt. STILL ALIVE zeigt 65 Werke aus den Jahren 1957 bis 2017, die diese Themen in der einen oder anderen Weise ansprechen. Sie reichen von raumgreifenden Installationen bis zu fotografischen Serien und verdeutlichen dabei die Vielfalt einer Privatsammlung, die seit den 1960er-Jahren nicht systematisch, sondern vor dem Hintergrund eines oft engen Austauschs mit den Künstler*innen aufgebaut wurde.

© Marc Quinn Studio, Foto: Herbert Boswank
Marc Quinn, Beached, 1996

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Auch mit Blick

STILL ALIVE folgt dabei einer losen Struktur von drei Strängen, die sich durch die Ausstellung ziehen: Nach einem Auftakt mit Kunstwerken, die – wie beispielsweise On Kawaras endloser Fluss immenser Jahreszahlen – Zeit und Überzeitlichkeit adressieren, Vergänglichkeit als Konstante des Leben ansprechen. Sie richten dabei den Blick auf den Leib als Hülle des Geistes und den gebauten Raum als Hülle des Körpers. Im Zentrum steht hier Ernesto Netos begehbare Installation the house (2003). Einzeln zu betreten, werden in ihrem Inneren Schutz und zugleich Verunsicherung körperlich erfahrbar. Während zu Beginn der Ausstellung existenzielle Zustände berührt werden, rücken Werke wie Julian Rosefeldts und Piero Steinles Detonation Deutschland (1996) den Aspekt des Wandels als Prinzip gesellschaftlicher Entwicklung und die Konstruktion von Geschichte in den Vordergrund. Ihre eindrucksvolle Medieninstallation zeigt die unaufhörliche Abfolge politischer und gesellschaftlicher Ideologien anhand des Umgangs mit ihren baulichen Dokumenten.

© Estate Marcel Broodthaers/ VG Bild-Kunst, Bonn 2021
Marcel Broodthaers, La Pluie (Projet pour un Texte), 1996 Film Still

Einen dritten Schwerpunkt

Einen dritten Schwerpunkt bilden Kunstwerke, die der Instabilität eine künstlerische Form geben und das Prozessuale als unmittelbares Element im Kunstwerk verdeutlichen. So entzieht sich in Sigmar Polkes Experiment mit Farbstoff und Bleiche, Ohne Titel (Indigo) von 1986, die Bildentstehung seiner Kontrolle und Lenkung. Darin ähnelt ihm Marike Schuurmans Expired (2009–11), eine Serie von Arbeiten mit fotografischem Material jenseits seines Haltbarkeitsdatums, das entsprechend unerwartete Resultate erzeugte. Marijke van Warmerdams Eiskugel (1998) wiederum ist ohne ihr Verschwinden nicht zu denken und macht den Verlust zum integralen Bestandteil der Kunst. 

© Marike Schuurman
Marike Schuurman, Expired 26, 2009-2011

Insbesondere Werke

Insbesondere Werke aus Materialien, denen Veränderung und Verfall in deutlicher Weise innewohnen, sind für das Museum als Institution des unbegrenzten Bewahrens eine Herausforderung. Unter dem Titel Museen in Bewegung? wird STILL ALIVE von einer Vortragsreihe begleitet, die sich dieser und anderen aktuellen Fragestellungen rund um die Prämissen und Prinzipien des Handelns von Museen widmet.

Video

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STILL ALIVE - Werke aus der Schenkung Sammlung Hoffmann
STILL ALIVE - Werke aus der Schenkung Sammlung Hoffmann Rundgang durch die Ausstellung mit den Kuratorinnen Dorothée Brill und Katarina Lozo

Termine

Tour

Multimediaguide

Online Tour durch die Ausstellung

Entdecken Sie die Ausstellung mit Audiobeiträgen zu ausgewählten Werke in der Onlinetour (Dauer 1 Stunde)

Marc Quinn, Beached, 1996
© Marc Quinn Studio, Foto: Herbert Boswank

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